Elektroinstallation im Altbau erneuern

Viele Häuser im Landkreis stammen aus den Fünfziger- bis Siebzigerjahren. Ihre Elektroinstallation ist für einen Haushalt ausgelegt, der ein Radio, eine Waschmaschine und drei Lampen hatte. Wir bringen sie auf den heutigen Stand — planbar, in Abschnitten und ohne dass Sie ausziehen müssen.

Woran Sie erkennen, dass Sie erneuern sollten

- Keine Fehlerstromschutzschalter in der Verteilung. Das ist der wichtigste Punkt: Ein FI-Schalter ist der Unterschied zwischen einem Schreck und einem tödlichen Unfall. - Schraubsicherungen statt Leitungsschutzschaltern. - Steckdosen ohne Schutzkontakt oder zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter. - Klassische Nullung, also ein kombinierter Neutral- und Schutzleiter im Gebäude. - Zu wenige Stromkreise — wenn beim Einschalten des Wasserkochers das Licht flackert oder eine Sicherung fällt. - Stoffummantelte Leitungen oder brüchige Isolierung in Abzweigdosen. - Aluminiumleitungen, verbaut vor allem in den Siebzigern. - Verteilerkasten ohne Abdeckung, offene Klemmstellen, nicht beschriftete Sicherungen.

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Was heute Standard ist

Fehlerstromschutz für alle Steckdosenstromkreise bis 32 A und für Endstromkreise der Beleuchtung in Wohnräumen.

Netzform TN-S im gesamten Gebäude, also durchgehend getrennter Neutral- und Schutzleiter. Das ist nicht nur eine Sicherheitsfrage — Fehlerströme über den Neutralleiter stören auch Datennetze, Wechselrichter und Steuerungen.

Ausreichend Stromkreise nach DIN 18015-1: eigene Kreise für Küche, Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Herd, Heizung und Ladeinfrastruktur.

Ausstattung nach DIN 18015-2: Als Orientierung mindestens sechs bis acht Steckdosen im Wohnzimmer, vier bis fünf im Schlafzimmer, und ausreichend Anschlüsse in der Küche. Wir gehen die Räume mit Ihnen durch und tragen die Positionen ein.

Überspannungsschutz, insbesondere wenn Photovoltaik, Wärmepumpe oder eine Datenverkabelung vorhanden sind.

Erdungsanlage und Potentialausgleich — im Altbau häufig gar nicht vorhanden oder korrodiert.

Sanierung im bewohnten Haus

Das lässt sich organisieren. Unser Vorgehen:

Wir arbeiten raumweise, nicht hausweise. Jeder Abschnitt wird begonnen und abgeschlossen, bevor der nächste anfängt. Sie behalten überall dort Strom, wo noch nicht gearbeitet wird.

Wir schneiden staubarm. Mauernutfräse mit Absaugung statt Meißel, Abdeckung der Zugänge, tägliche Reinigung des Arbeitsbereichs.

Wir sagen vorher, wann welcher Bereich stromlos ist. Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizung und Arbeitsplatz werden vorher abgestimmt.

Wir nutzen vorhandene Wege. Alte Leerrohre, Fußleistenkanäle, Dachboden, Kellerdecke — jeder Meter, der nicht geschlitzt werden muss, spart Ihnen Geld und Staub. Wo Schlitze unvermeidbar sind, halten wir uns an die zulässigen Schlitztiefen; tragende Wände sind nicht beliebig belastbar.

Abschnittsweise modernisieren – was zuerst

Wenn nicht alles auf einmal geht, ist das die sinnvolle Reihenfolge:

1. Verteilung und Fehlerstromschutz. Der größte Sicherheitsgewinn je Euro. Oft an einem Tag erledigt. 2. Küche und Bad. Höchste Belastung, höchste Gefährdung, meist die ältesten Leitungen. 3. Zuleitungen für Großverbraucher. Herd, Waschmaschine, Wärmeerzeuger, Ladeinfrastruktur. 4. Wohn- und Schlafräume. Am besten, wenn ohnehin renoviert oder tapeziert wird. 5. Außenbereich, Garage, Nebengebäude.

Wir erstellen dazu einen Stufenplan mit Preis je Stufe. Sie entscheiden, wie schnell Sie vorgehen.

Kosten und Förderung

Zu Förderprogrammen: Für die reine Elektrosanierung gibt es selten eigene Programme, wohl aber im Zusammenhang mit Heizungstausch, Barrierereduzierung oder einer Gesamtsanierung. Wir prüfen das für Ihr Vorhaben. → `/service/foerdermittel/`

Das bekommen Sie zur Übergabe

  • Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 mit allen Messwerten
  • Stromlaufplan und Verteilerbelegung, aktuell und beschriftet
  • Fotodokumentation der Leitungswege vor dem Verputzen, maßstabsgerecht
  • Datenblätter und Herstellerunterlagen der eingebauten Komponenten
  • Einweisung in die Anlage vor Ort

Diese Unterlagen sind Bestandteil jedes Auftrags, nicht Aufpreis.

Häufige Fragen

Muss ich die ganze Installation erneuern?add

Nicht zwingend. Bestandsschutz bedeutet: Eine ordnungsgemäß errichtete Altanlage darf weiterbetrieben werden. Er endet aber, sobald wesentlich geändert oder erweitert wird — und er hilft nicht, wenn die Anlage tatsächlich gefährlich ist. Wir sagen Ihnen, was zwingend ist und was Komfort.

Kann ich Steckdosen selbst setzen und Sie schließen an?add

Vom Öffnen der Wände und Setzen der Dosen können Sie einen Teil übernehmen, wenn Sie handwerklich geübt sind — das spart tatsächlich Geld. Alle Arbeiten an spannungsführenden Teilen und die Verteilung machen wir. Das ist keine Förmlichkeit, sondern eine Frage der Haftung und der Versicherung.

Wie lange dauert eine Komplettsanierung?add

Für ein Einfamilienhaus im entkernten Zustand üblicherweise ein bis zwei Wochen. Im bewohnten Haus in Abschnitten entsprechend länger, dafür verteilt.

Was passiert mit Asbest oder alten Baustoffen?add

Wenn wir beim Öffnen auf verdächtiges Material stoßen, stoppen wir sofort und informieren Sie. Die Sanierung solcher Stoffe ist ein eigenes Gewerk mit eigener Zulassung.

Passende Leistungen

Sie haben ein konkretes Vorhaben?

Schildern Sie uns kurz, worum es geht. Sie erhalten an Werktagen innerhalb von vier Stunden eine Rückmeldung – und nach dem Aufmaßtermin ein Festpreisangebot, in dem jede Position einzeln aufgeführt ist.